Geografische Informationssysteme

Wozu benötigt man geografische Informationssysteme?

Mit Hilfe eines Geografischen Informa­tions­systems (GIS) werden  Daten zu­nächst nach bestimmten Kriterien ge­ord­net und nach­folgend gemeinsam ver­ar­bei­tet.

Diese Einteilung (oder Klassifikation) er­gibt in einer Karte unter­scheid­bare Eben­en für  z.B. Strassen, Flüsse, Waldflächen oder Flurstücke.

Die Informationen der jeweiligen Ebenen für sich genommen bilden noch keinen Mehr­wert, in­te­ressante Er­geb­nisse er­ge­ben sich aus den Über­lagerungen  der Ebenen. So können ge­eig­nete Stand­orte für z.B. Solar- oder Wind­anlagen,  optimale Routen für Logistik­unternehmen oder Modelle in 3D für die Stadtplanung abgeleitet werden.

Zielgruppe
Unsere Kursteilnehmer kommen aus dem angewandten naturwissenschaftlichen oder pla­nerisch­en Bereich. (Biologen, Geografen, Landschaftsplaner, Architekten, Mar­ke­ting­ex­per­ten, Vermesser, etc.)

Inhalte und Anwendung
Sie lernen ein GI-System aufzubauen, Daten im Gelände GPS gestützt aufzunehmen und be­stehende Informationssysteme einzubinden. Danach stehen Ihnen eine Vielzahl von Analyse- und Pla­nungs­werkzeugen zur Verfügung, so dass Fragestellungen wie:

  • Sichtbarkeitsanalysen (Von welchen Standpunkten ist z.B. ein Windrad sichtbar?)
  • Kürzeste Wege und Einzugsgebiete (Wo befindet sich das nächste Restaurant, wo ist der ideale Standort für eine neue Verkaufseinrichtung?) 
  • Pufferung (In welchem Korridor der Autobahn ist mit welchen Schadstoffbelastungen zu rechnen?)
  • Standortanalysen durch Ebenenverschneidung  (Wo sollten bei einem Strassen­bahn­neubau Haltestellen eingerichtet werden?)
  • Potentieller Ertrag von Solaranlagen (Was sind die optimalen Standorte für Windparks und Solaranlagen, mit welchem potentiellen Ertrag kann man rechnen?)
  • Visualisierung von 3D-(Stadt-)modellen (Wie ordnet sich ein Neubau in das bestehende Stadtensemble ein, welchen Einfluß hat ein Brückenneubau im Untersuchungsgebiet?)

IHK Fachkraft für GIS Anwendungen

Nach zehn Wochen Unterricht am Rechner und im Gelände fertigen unsere Teilnehmer eine Komplexarbeit an, in der die vermittelten Inhalte zur selbstständigen Anwendung kommen. Dabei werden alle Themengebiete, von der Aufbereitung bis zur Analyse der Daten und der Präsentation der Ergebnisse, durchlaufen.

Ein Testat schließt den Komplex nach zwölf Wochen ab.

Links:
Bericht zur GIS-Ausbildung von 2010, sowie zum GIS-Fachkräftebedarf von 2011.

Beispiel zu Projektaufgaben unserer Teilnehmer

In der Karte sind Kurs-Ergebnisse zur Fragestellung der optimalen Anbindung eines Ge­werbe­ge­bietes mit ÖPNV dargestellt (Lobeda Süd).

Bei vorgegebenen Baukosten pro Haltestelle, Strassenbahnkilometer und Kreuzungsbau, waren Anforderungen wie maximale Gehzeit zwischen Haltestellen und Handelseinrichtung, Anbindungsgrad der eingemeindeten Ortschaften und die Gesamtbaukosten zu berechnen.

GIS


Geo-IT

Der Bedarf an GIS Dienst­leis­tung­en ist weiter steigend. Re­ge­lungen der EU das z.B. Um­welt- und Geo­daten für Fir­men, Privat­personen oder auch Be­hörden zu­gäng­lich zu machen sind (INSPIRE), er­mög­lich­en neue Ge­schäfts­felder auf der Basis stan­dardisierter Dienste.

Auch der Bund trägt dieser Ent­wicklung mit z.B. der Er­richtung der Bundesoberbehörde IT in Ilmenau  Rechnung, der Be­darf an Fach­leuten ist enorm (Bericht dazu hier).

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